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Bettina Hennig: Luise - Königin aus Liebe - die bisherigen Folgen:

1 - “Zum Vergnügen sind wir hier, nur zum Vergnügen!”

2 - “Bien, ich will ihnen ein Exempel geben!”

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Eine junge, lebenslustige Prinzessin wird hineingezogen in einen Wirbel aus Liebe, Intrigen und Politik. Die Autorin Bettina Hennig schildert souverän die Herzensnöte und Abenteuer der Königin Luise. Vor 200 Jahren hat Luise gelebt - in der Erzählung von Bettina Hennig sprüht die Königin so vor Energie und Lebenslust, als würde sie unter uns weilen.

Bettina Hennig: “Ich kenne Königin Luise durch meine Familie”

Der Roman-Erstling “Luise - Königin aus Liebe” wurde aus dem Stand zu einem großen Erfolg, ein Buchclub sicherte sich die Rechte. Jetzt ist auch die Taschenbuchausgabe des 700-Seiten Schmökers erschienen. Mit der Autorin sprach meinebestenseiten.de Mitarbeiter Frank Sauerland.

Geschichten-Frage: Die schwierigste Frage gleich zu Anfang. Dein Buch umfasst in der Taschenbuchausgabe opulente 700 Seiten. Der Inhalt in einem Satz?

Als Königin der Schachtelsätze nehme ich so eine Frage als Herausforderung. Also: Eine junge Prinzessin, die bei ihrer Oma in unbefangener Atmosphäre aufwächst, wird an Weihnachten 1793 an den preußischen Königshof verheiratet und gerät, nachdem ihre ungestüme Art und ihre, nennen wir es mal, Faszination für einen Onkel ihres Gatten beinahe provoziert hatte, dass sie des Hofes verwiesen wird, gerade als sie und ihre Lage sich beruhigt hat, abermals in eine Verwirrung der Gefühle, als die politische Bedrohung durch Napoleon, es notwendig macht, sich mit dem Zaren Alexander zu verbünden, der ihr Schicksalsmann wird, und reißt dadurch Land und Leute in ein tiefes Unglück, was sie nur abzuwenden weiß, indem sie endlich begreift, wer ihr Freund und wer ihr Feind ist, und sich zum Beweis ihrer Liebe für ihren wahren Herzensmann zu einem Schritt entscheidet, der sie, obwohl sie die Königswürde schon seit Jahren inne hat, erst wirklich zur Königin reifen lässt. - Ich kann aber auch anders: Eine Frau lernt erst aus ihren Fehlern, als es fast zu spät ist …

Geschichten-Frage: Wie bist du auf die Idee zu dem Buch gekommen?

Es war mehr ein Zufall, als ein gezielter Plan. Ich kannte Königin LUISE durch meine Familiengeschichte. Mein siebenfacher Urgroßvater ist ihr einmal, nämlich 1802, in Memel begegnet, und seine Eindrücke sind in unseren Familienaufzeichnungen erhalten geblieben. Ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, über sie zu schreiben, wenn mich nicht mein damaliger Doktorvater darauf gestoßen hätte. Er ist Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und riet mir, meine Dissertation über seine Beziehung zu Königin Luise zu schreiben. Sie hat ihm ja Zuwendungen zukommen lassen und ihn quasi durchgefüttert. Mein Doktorvater fand es gut, über Luise zu schreiben, weil sich 2010 ihr Todestag zum 200. Mal jährt. Ich habe eingeräumt, darüber nachzudenken und die Sache mit einer Bekannten besprochen, die Lektorin ist. Die war völlig begeistert von dem Thema und riet mir einen Roman über LUISE zu schreiben. Und verlangte Probeseiten. Ich war total perplex und überfordert und bin erst einmal zur Volkshochschule gegangen und habe einen Kursus besucht. Die Probeseiten habe ich dann tatsächlich zu Stande gebracht – und irgendwann hatte ich einen Vertrag mit einem Abgabedatum auf dem Tisch. Kurzum: Ich bin eigentlich eher durch die Umstände zu meinem Glück gezwungen worden, als durch eigenes Bemühen. Im Nachhinein bin ich froh darüber. Ohne diese Übertölpelung durch den Zufall hätte ich wohl nie einen Roman verfasst.

Geschichten-Frage: Zuerst ist das Buch in einer Buchclub-Ausgabe herausgebracht worden, ist das richtig? Das wäre doch ein ungewöhnliches Verfahren; meist erscheint ein Roman nach der Originalveröffentlichung als Zweitausgabe im Buchclub. Wie ist es zur umgekehrten Reihenfolge gekommen?

Das ist ein völlig normaler, aber nicht so bekannter Vorgang, weil er seltener vorkommt. Es gibt die so genannte „Club-Premiere“. Das ist eine Reihe, in der der Bertelsmann-Buchclub vorab Bücher von Autoren veröffentlicht, die er für vielversprechend und förderungswürdig hält. Viele haben so angefangen. Etwa Wolf Serno. Oder Ana Veloso. Es läuft so, dass die Verlage ihre Bücher dem Club anbieten, und dann eine Vorablizenz verkaufen. Dann hat der Club eine bestimmte Zeit lang das Recht, das Buch im Club exklusiv, und bevor es in den Buchhandel kommt, zu verkaufen. Es ist ein großes Glück, dass LUISE. KÖNIGIN AUS LIEBE dort gelandet ist. Denn diese Ehre wird nur Wenigen zuteil.

Geschichten-Frage: “Luise” ist ein historischer Roman. Es fällt auf, dass du viel Wert auf Zeitkolorit gelegt hast: Die Menschen, ihre Kleidung, ihre Verhaltensweisen sind historisch genau geschildert. Die Personen denken nicht wie heute, sondern wie (wahrscheinlich) damals. - Wann genau spielt der Roman?

Mein Roman beginnt am 14. März 1793 und endet am 10. Juni 1810. Es ist eine bewegte Zeit, in der die Grundpfeiler der aristokratischen Feudalgesellschaft wankten und schließlich einstürzten. Die Gründung Amerikas und die Revolution in Frankreich haben den Adel und seine Lebensweise in Frage gestellt. Luise ist ein Kind ihrer Zeit. Typisch Adel, vergnügungs- und putzsüchtig. An Gesellschaften mehr interessiert als an Bildung. Und wohltätig war sie anfangs mehr nur aus Langeweile. Sie wusste sich nicht zu beschäftigen, weil sie weder gerne las noch gut musizierte. Nur der Tanz war ihr Metier. Es ist aber wichtig, diese Eigenschaften nicht aus der heutigen Warte heraus zu be- oder zu verurteilen. Sie entsprach mit ihrer Heiterkeit dem Ideal der damaligen Zeit. Sie konnte Menschen amüsieren – das zählt damals etwas. Heute würde man sie als oberflächlich empfinden.

Geschichten-Frage: Wie und mit welchen Hilfsmitteln hast du dich in die Zeit eingefühlt?

Ich habe zunächst viel gelesen und ich habe die Originalschauplätze besucht. Ich bin durch Museen geschlendert, habe historische Bilder, Stiche, Kleider, Münzen, Waffen, und noch vieles mehr der Zeit, die ich zu beschreiben versucht habe, studiert. Ich bin nach Berlin gezogen und bin die Wege, die Luise gegangen sein könnte, abgegangen. Ich war in Potsdam, in Paretz und bin Teile ihrer Fluchtstrecke abgereist. Besonders Klaipéda, das zu Luises Zeit Memel hieß, hat es mir angetan. Das Ostseemeer, die Kiefern auf der Kurischen Nehrung, und diese stete Brise – einfach unvergessen. Diese plastischen Eindrücke und die zahlreichen Original-Dokumente, die ich gelesen und mit Hilfe von weiterführender Literatur einzuordnen bemüht habe, haben mir ermöglicht, mir nach und nach ein Bild von Luises Lebensumständen zu machen.

Geschichten-Frage: Alles ist sehr realistisch erzählt. So dass sich die Frage stellt: Wie viel davon ist historische Wahrheit, wie viel ist Fantasie - denn die Übergänge sind nicht festzustellen ...

Danke für das Kompliment. Es ist vieles Dichtung und vieles Wahrheit. Aber ist das, was ich gedichtet habe, nicht vielleicht doch wahr? Und das, was ich als wahr empfunden habe, weil es die Fakten nahe gelegt haben, reine Fantasie? Mir ist oft aufgefallen, dass ich bei der Führung der Figuren Charakterisierungen vorgegriffen habe, die ich erst später in Dokumenten bestätigt gefunden habe. Ist es deswegen wahr? Oder unterliegen Biografien, Tagebücher und andere Aufzeichnungen nicht auch schon einer dramaturgischen Verdichtung? Ich habe mich bemüht, alles historisch Verbürgte zu beachten, Zahlen, Daten, Fakten. Manchmal musste ich straffen oder vorverlegen, einfach weil es die Dramaturgie erfordert hat. Denn eine echte Biografie spielt sich eben nicht nach den Regeln eines Fünf-Akters ab. Was Wahrheit und was Fantasie ist, bleibt also ein Rätsel. Besonders, wenn man beides so ausschließend gegeneinander setzt.

Geschichten-Frage: Wie lange hast du für die Niederschrift gebraucht, hast du einen genauen Tagesablauf eingehalten?

Fünf Monate und zwei Wochen. Dann nochmal zwei Wochen Korrektur lesen. Und der genaue Tagesablauf war nur geplant. Aufstehen, frühstücken, Zeitung lesen, bis zum Mittagessen zwei, drei Seiten schreiben, danach noch eine weitere Seite. Abends: Feierabend mit Freunden, Lesen und allem Drum und Dran. Tatsache war: Ich bin den ganzen Tag um meinen Schreibtisch herum geschlichen, habe die Wohnung geputzt, eingekauft, gewaschen etc. und es letztlich erst gegen 18 Uhr an den Rechner geschafft und bin vor Mitternacht nicht zu Bett gekommen. Darüber habe ich weder Bücher lesen, noch Freunde treffen können. Mein Leben war wie auf den Kopf gestellt.

Geschichten-Frage: Hast du dir vorm Schreiben einen Handlungsplan gemacht oder direkt losgeschrieben?

Der Plan war durch die Lebensgeschichte vorgegeben. Dann habe ich es aber von Kapitel zu Kapitel abhängig gemacht, wie es weitergeht. Ich wollte bestimmte Effekte erzielen, die ich aber nicht im Voraus planen konnte. Da habe ich mich selbst überraschen lassen müssen. Nur eines stand fest: Luises letzte Worte. Darauf habe ich alles hingeschrieben.

Geschichten-Frage: Hattest du “Testleser”?

Mein Mann und meine Muse!

Geschichten-Frage: Der Einstieg ins Werk ist breit angelegt. Man muss sich durchaus zunächst einlesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. Konntest du den Verlag gleich von “Luise” überzeugen?

Ja. Ich habe das Lektorat sogar darauf aufmerksam gemacht, dass mir der Einstieg zu lange geraden ist und dort schon mehr als 20 Seiten heraus gekürzt. Sie fanden es aber gut so. Es solle einen doch in diese andere Welt hineinziehen und jeder Figur den Raum geben, den sie benötigt. Ich finde es dadurch etwas ungleichgewichtig, aber andererseits mag ich dieses Unperfekte. Es ist charmant. Und je nachdem, wie ich selbst gelaunt bin, blicke ich darauf.

Geschichten-Frage: Du arbeitest schon an einem neuen Werk. Worum wird es gehen? Hast du dir einen Termin gesetzt, bis wann es fertig sein soll?

Ich arbeite tatsächlich an einem neuen Werk. Allerdings an einem Sachbuch. Wenn alles gut geht, wird es im Juli fertig sein und dann im Frühjahr 2011 herauskommen. Es geht wieder einmal um Lebensart. Und darum, die Welt in ihren Grundfesten zu verändern.

Geschichten-Frage: Was machst du, wenn du an keinem Buchmanuskript arbeitest? Welche Hobbys hast du?

Zwei Fragen, zwei Antworten: Lesen und lesen.

Liebesromane Bettina HennigBettina Hennig arbeitete als Filmcutterin und Gesellschaftsjournalistin, bevor sie ihren ersten historischen Roman Luise - Königin aus Liebe schrieb, der sofort zum Bestseller wurde. Zur Zeit forscht Bettina Hennig für ihre Doktorarbeit.

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Die Reihe "Bettina Hennig: Luise - Königin aus Liebe" - alle bisherigen Folgen

Die erste Romanfolge der Reihe stehen in der Liste oben, die neueste Romanfolge steht unten.

1 - “Zum Vergnügen sind wir hier, nur zum Vergnügen!”
2 - “Bien, ich will ihnen ein Exempel geben!”

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