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Beatrice Voglrieder: Ich will keine Frösche küssen - die bisherigen Folgen:

Liebesgeschichte

Zu zweit auf Wolken schwebend ist das Leben so viel leichter. Unmögliches scheint plötzlich möglich. Man schafft viel mehr, denn alles geht einem viel leichter von der Hand. - Doch der Preis fürs Zweisamkeits-Paradies kann hoch sein. Zu hoch? - Beatrice Voglrieder schreibt herzerfrischend.

Küsse und andere Katastrophen

Kürzlich dachte ich mir, es wär vielleicht ganz nett, das Leben nun nicht mehr ganz allein zu fristen und überlegte, wie schön es doch zu zweit nur wär.

Ich dachte dran, wie es ist, wenn man jemand kennenlernt, wenn Schmetterlinge dann entstehen, man voll Spannung über Handy und Computer wacht.

Ach wie schön wär es, sich wieder zu verlieben.

Zu zweit auf Wolken schwebend ist das Leben so viel leichter. Unmögliches scheint plötzlich möglich. Man schafft viel mehr, denn alles geht einem viel leichter von der Hand.

Doch leider bin ich zwischenzeitlich ganz schön eigen, weiß, was ich will und auch was nicht.

Und bevor ein Traumprinz einer wird, das weiß doch jedes Kind, da muss man viele Frösche küssen, bis er sich dann verwandelt.

Sie werden bucklig sein und alt, Warzen haben, eingeschleimt und kalt, nicht sehr gut riechend und Essensresten werden sie am Maul noch hängen haben, Würmer.
Brrr, mich schaudert bei dem Gedanken.

So muss man sich als eingefleischte Singlefrau doch eingestehen, der Preis ist definitiv zu hoch. Und so habe ich für mich beschlossen: Ich will keine Frösche küssen.

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Und selbst, wenn man dann den Richtigen erwischt, den Prinz auf weißem Schimmel trifft, der mich dann zu sich holt in sein Luftschloss und ich mit ihm leichtfüßig über Wolken schwebe – der Tag wird kommen, an dem er von seinem Schimmel fällt und er sich zurück verwandelt. Zurück zum Frosch.

Plumps ist man wieder zurück im Leben, zurück in der Realität, der harten.

Dann wird es wieder geschehen, dass der doch so technisch begabte Mann nicht in der Lage ist eine Waschmaschine zu bedienen, auch das Bügeleisen nicht und nicht den Herd.

Man wird nach Feierabend rasch nach Hause hetzen, zusehen, dass er was zu essen kriegt, anstatt, dass man sich von einem Prinzen ausführen lässt oder er sie einfach einmal überrascht.

Und sollte er versehentlich zum Feierabend Töpfe schwingen, dann kann man sicher sein, dass er sich dabei so schwer verletzt, dass man ihn künftig davor bewahren muss, wenn man zurück ist von der Notaufnahme, die Hand dick eingebunden und die Schnittverletzungen genäht.

In der Waschmaschine wird er bestimmt ein rotes T-Shirt zu der weißen Wäsche geben, denn dann ist er auch von dieser Arbeit bewahrt und wenn er tatsächlich mal den Knopf vom Bügeleisen findet, dann kann man sich sicher sein, dass hinterher Lochmuster modern ist.

Danach haben sie dann in aller Ruhe Zeit, ihren Computer zu reparieren oder das Auto und unsereins, die Frau, einst die Prinzessin, steht vollkommen verschwitzt und absolut zerzaust hinter dem Herd und auch am Bügeleisen. Und dann wundert sich der zurückverwandelte schöne große Prinz, dass die wunderschöne Prinzessin sich auch zum Frosch verwandelt hat.

Dass man Prinzessinnen auch als solche behandeln sollte, das ist jedem Prinzen unbekannt.

Märchen schreiben vom Aschenputtel, das zur Prinzessin wird, doch im realen Leben ist es leider umgekehrt.

Da wird man rasch vom Management in die Putzabteilung hinein befördert.

Und das Schöne ist - das merken diese Prinzen nicht.

Und dann ganz plötzlich ist er weg gehüpft, zurück zum Brunnen, ab in die Versenkung und auch die goldne Kugel hat er mitgenommen, die er dort behütet.

Dann schenken sie diese einem schönen Mädchen, das zufällig und unbedacht vorbei schreitet an ihnen und unter der Voraussetzung, dass es ihn küsst, den schleimig grünen Frosch und er wieder Prinz sein kann, bis er sich wiederum zurück verwandelt und das Spiel erneut beginnt.

Nein, ich küsse keine Frösche mehr.

Das Glück der Traumprinzen überlass ich gern den anderen.

Das Unglück nach der Verwandlung und der Flucht zurück zum Tümpel auch.

Hey, alleine kann man alles schaffen!

Niemand legt mir Hindernisse in den Weg, niemand behindert mich an meiner eigenen Entwicklung und am Vorwärtskommen und niemand zwingt mir seinen Willen auf.

Vor allem werden niemals Tränen fließen, wenn er plötzlich weg und zurück in seinem Tümpel ist.

Aber gerne dürfen alle Frösche ungeküsst durch meinen Garten hüpfen.

Die Autorin Beatrice Voglrieder hat das Internet als Veröffentlichungs- und Vertriebsschiene für sich entdeckt. Sie gehört in der jungen Online-Literaturszene zu einer der beliebtesten Autorinnen.

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Die Reihe "Beatrice Voglrieder: Ich will keine Frösche küssen" - alle bisherigen Folgen

Die erste Romanfolge der Reihe stehen in der Liste oben, die neueste Romanfolge steht unten.

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