liebesgeschichten

Jana Krivanek: Nachbar günstig abzugeben - die bisherigen Folgen:

Liebesgeschichte

Hat Marie sich etwa verliebt? Oder war es ein Ausrutscher? Marie wird es herausfinden müssen ... Flapsig, sexy - Marie ist eine junge Frau von heute. - Die Geschichte erinnert an "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück", hat ebensoviel Witz, geht heftig zur Sache. Zwischen zwei Buchdeckeln: hier. Oder in geraffter Fassung online:

1 (S)Exzellent daneben

Ich bin vor wenigen Sekunden aufgewacht. Meinem Gemütszustand nach zu urteilen muss es noch unangenehm früh am Morgen sein und mir scheint, als wäre ich nicht von dieser Welt.

Wurde ich heute Nacht von Aliens entführt?

Vielleicht sollte ich einfach meine Augen öffnen, um mich zu vergewissern. Meine Lider sind bleischwer, doch der scharfe Befehl „Augen auf!“ vom Gehirn kommt an, und schließlich öffnet sich zaghaft mein linkes Auge einen Spalt weit. Mit verschwommenem Blick scanne ich die Umgebung. Im Dämmerlicht kann ich eindeutig meinen Kleiderschrank und das gewohnte Klamottenchaos über dem alten Sessel meiner Oma erkennen.
Also offenkundig nicht der Mars, sondern meine Wohnung, mein Schlafzimmer.

Ich sende den nächsten Befehl an meine Hand und massiere sanft meine rechte Schläfe genau dort, wo sich ein quälender Schmerz am stärksten zu Wort meldet! Verfluchter Alkohol!

Wie ich diese Folgeerscheinungen hasse! Verdammt noch mal! Kopfschmerzen und Kater-stimmung sind zwei Umstände, die ich an einem Mittwochmorgen überhaupt nicht gebrauchen kann!

Wie spät ist es eigentlich?

Eindeutig zu spät. Der Blick auf den Wecker zeigt jedenfalls, dass es zeitlich eher unpas-send ist, sich in Selbstmitleid zu suhlen. Zwanzig vor acht, höchste Zeit zum Aufstehen!

Wieso hat dieser verdammte Wecker nicht geklingelt? Oder habe ich ihn nicht gehört? Ich greife nach ihm und schon wird mir klar, warum. Vielleicht hätte ich ihn einfach nur stellen sollen!

Das passiert mir nicht oft, also WAS zum Teufel ist gestern Abend geschehen, dass ich vergessen habe, dieses kleine, rote, verdammte Knöpfchen an diesem Scheißwecker zu drücken?

O.K. Marie, ganz locker bleiben! Versuche, den Ablauf des gestrigen Abend trotz des steten Hämmerns in deinem Kopf zu rekonstruieren! Das Treppenhaus, der Rotwein, der Nachbar.

Nun gut, soweit nichts Außergewöhnliches, denn schließlich haben wir uns zuvor schon zweimal auf dem Flur bei einem Glas Wein verratscht. Das passiert unter Nachbarn gelegentlich. Nichts ist wichtiger als der nachbarschaftliche Hausfrieden – und der bedarf guter Pflege. Aber im Moment kann von Frieden nicht die Rede sein, eher vielleicht vom Krieg der Sterne! Mir ist derart schwindlig, dass ich Sternchen sehe. Die ganze Milchstraße rauf und runter. Ich habe Neil Armstrong im Moment einiges voraus!

Wieso musste ich dem Nachbarn aber auch beweisen, dass ich ein Mädchen bin, das trinken kann wie ein Kerl? Und das auf nüchternen Magen. Vermutlich wollte ich ihm nur demonstrieren, wie ein anständiger Mann Wein zu trinken hat, denn er hatte immer nur seine Lippen mit dem kostbaren Rot benetzt.

Außerdem hatte ich Einmonatiges! Vor genau 31 Tagen hatte ich das erste Mal in meiner neuen Wohnung übernachtet. Das musste gefeiert werden. Vermute, ich habe die Feier ein wenig ausarten lassen. Aber was, in Gottes Namen, war dann passiert?

Wieso werde ich irgendwie das verdammte Gefühl nicht los, hier sei außer mir noch je-mand im Raum? Wende meinen Blick zaghaft nach rechts und was ich dort sehe, gefällt mir ausnahmsweise ausgesprochen gut. Kopfkissen und Bettdecke sehen unberührt aus, kein Mann und kein Nachbar in Sichtweite. Also was ist es dann, das mich irgendwie beunruhigt?

Denke angestrengt nach, doch Denken in diesem Zustand ist fast unmöglich, und der Schmerz schießt mir wieder in die Schläfe. Vielleicht denkt es sich in der Horizontalen aber einfach nur schlecht. Ruhemodus.

Ich setze mich im Bett auf, und als hätte dieser Aufrichtungsprozess einen Hebel von Stop auf Go umgelegt, rasseln auch schon die Bruchstücke an meinen Augen vorbei. Plötzlich und unaufhaltsam, wie ein Meteoritenhagel: Ich hatte SEX. Gigantischen SEX. Exzellenten SEX. WahnsinnsSEX. Stundenlang pure Leidenschaft. Reise zu den Sternen und zurück!

Mit dem falschen Mann. Dem Nachbarn. Er und ich in allen Lebenslagen. Verdammte Scheiße!

Ich fasse es nicht! Oh nein, nein, nein! Das kann nicht sein! Das darf nicht sein, und überhaupt: Sex mit dem Nachbarn, so was gibt es doch nur im Film! Aber doch nicht im wahren Leben und schon gar nicht bei mir, Marie Kletschka, 31, frischgebackene Wohnungsbesitzerin und offenbar skrupellose Nachbar-Verführerin!

Ich lasse mich wieder zurück ins Bett fallen und verkrieche mich unter der Bettdecke. Schlichtweg beschämend. Mein Schädel brummt wie verrückt, aber noch viel quälender ist die Frage: Wie komme ich aus dieser Nummer nur wieder raus?

„Verdammt! Verdammt! Verdammt!“, ist das Einzige, was mir dazu einfällt und ich momentan imstande bin, von mir zu geben. Verfluchte Kopfschmerzen!

Fluchen ist eines meiner Hobbys. Es fällt mir in jedem Zustand und zu jeder Zeit leicht. Ich verfüge über ein großes Repertoire an gängigen und exotischen Ausdrücken. Ich fluche einfach verdammt gern und nicht zu wenig. Es entspannt mich ungemein. Meine Mitmenschen sehen es leider weniger entspannt. Es sei nicht feminin, sagen sie. Ja und! Muss ich auch noch beim Fluchen darauf achten, dass ich eine Frau bin! Verdammt noch mal, NEIN!

So bin ich. Ich finde, ein wenig Mannsein schadet keiner Frau! Außerdem verschafft es mir in schwierigen Situationen Luft, um über den nächsten Schritt nachzudenken.

Im Moment bringt nicht einmal Fluchen Erleuchtung, geschweige denn eine Lösung. Habe ständig nur den Nachbarn vor Augen, wie er mich genießt und ich ihn lasse! Ohne Tabus, ohne Gegenwehr, ohne Gewissen.

Dabei ist doch Geschlechtsverkehr mit Männern, die das gleiche Stockwerk bewohnen, in meiner Welt nicht zulässig. Und der Grund dafür buchstabiert sich F R E U N D. Fester Freund. Genauer gesagt mein fester Freund, seit 16 Monaten und sieben Tagen! Auf die Stunden möchte ich jetzt besser nicht eingehen, denn am liebsten möchte ich die vergangenen ungeschehen machen.

Aber hier bestätigen sie sich wieder einmal auf zweifelhafte Weise die Vorzüge einer Wochenendbeziehung: Fremdgehen leicht gemacht!

Fortsetzung folgt

LiebesgeschichtenAls Kind wollte Jana Krivanek lieber ein Junge sein. Aber das hat sich schnell geändert. "Jungs kann man herrlich durch den Kakao ziehen", sagt sie heute. - Krivaneks Eltern flohen mit Jana aus der Tschechei, erst mit 8 Jahren lernte Jana Krivanek Deutsch. Sie schloss ihr Deutsch-Abitur mit 2+ ab. Mit Freund und Katzen lebt sie heute in Oberbayern.

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Die Reihe "Jana Krivanek: Nachbar günstig abzugeben" - alle bisherigen Folgen

Die erste Romanfolge der Reihe stehen in der Liste oben, die neueste Romanfolge steht unten.

2 - Ausgebrannt vom Sex-Marathon

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