liebesgeschichten

Astrid Martini: Der Schneekönig - die bisherigen Folgen:

Liebesgeschichte

Ein Liebesroman von Bestseller-Autorin Astrid Martini - Amelie will ihren Bruder retten. Der ist in das Reich des gefährlichen Schneekönigs geraten. Doch es bleiben Amelie nur sieben Tage, um das gefrorene Herz des Schneekönigs zu schmelzen. Sonst werden ihr Bruder und sie selbst erfrieren ...

4 - Alles in ihm verzehrte sich nach ihr ...

Diese streckte Simon fordernd ihre Brüste entgegen, die er daraufhin laut aufstöhnend mit seinen Händen fest umschloss. Die harten Nippel schauten einladend zwischen seinen Fingern hervor und warteten nur darauf, liebkost zu werden. Spielerisch tippte seine Zunge erst die eine, dann die andere rosige Spitze an. Aber dann wollte er mehr. Er wollte die Knospen fest mit seinen Lippen umschließen. Daran saugen, knabbern und neckisch hineinbeißen. Seine Hände wanderten an ihren Hüften abwärts, und während sie ihr Gesäß umfassten, saugte er voller Hingabe erst die eine, dann die andere steil aufgerichtete Brustwarze in seinen Mund hinein. Der Honig ihrer Haut betörte ihn, sandte ein gewaltiges Prickeln in seine Lenden und steigerte sein Verlangen nach ihr.

Ungeduldig öffnete er seine Hose, warf sich über sie und drang in sie ein. Wie eine Flamme schlug die Leidenschaft über ihm zusammen, als sie ihre Schenkel um seine Lenden schlang und ihn tief in sich aufnahm. Und während er in einem teuflischen Liebestaumel versank, setzte sich der Schimmel in Bewegung. Er zog den Schlitten zweimal um den Marktplatz herum, beschleunigte und bald war nur noch ein weißer Nebel zu sehen, der die Schneekönigin und das Opfer ihrer Begierde mit sich forttrug.

Es ging rascher und rascher, hinein in die nächste Straße, schließlich empor in die Lüfte über Hügel und Wälder, weit hinfort zu einem starr ruhenden See.

Der Schlitten setzte zur Landung an, der Schnee knisterte. Eisgraue, schreiende Krähen flogen über ihnen hinweg. Hoch oben schienen zwei Silbermonde so sanft und klar, schickten ihre Strahlen hinab und leiteten sie zur Kristallbrücke, die geradewegs ins Reich der Schneekönigin führte.

Die Schneeflocken setzten sich ins Haar, auf die Wimpern und Wangen. Simon barg sein Gesicht im duftigen Tal zwischen ihren weichen Brüsten. Liebesfunken entfachten ein heißes Feuer in ihm, flogen auf ihn zu und lullten ihn ein wie schwerer Rotwein, der langsam durch die Blutbahn kroch und trotz der Eiseskälte für ein wohlig warmes Gefühl sorgte.

„Friert es dich?”, flüsterte sie, und küsste ihn ins Haar. Doch er spürte nichts von der Kälte ringsumher, während seine Hände unermüdlich über ihren Körper glitten und seine Hüften zwischen ihren bebenden Schenkeln vor- und zurückschnellten.

Alles in ihm verzehrte sich nach ihr, bekam nicht genug, wurde und wurde nicht satt.

Sein Atem ging unregelmäßig. Kleine Seufzer der Erregung verließen seine Lippen, verwandelten sich in lustvolles Stöhnen und liebestolles Raunen.

Wie trunken warf er den Kopf in den Nacken, spreizte ihre Beine noch ein Stückchen weiter und wünschte sich nur noch eines: Sie ohne Unterlass zu berühren, zu lieben und bis zum Anschlag auszufüllen. Sämtliche seiner Sinne drängten darauf, ständig von ihr zu kosten – sie zu riechen, zu schmecken und zu fühlen.

Sie flüsterte seinen Namen, bog sich unter ihm. Ihre Nägel gruben sich in seinen Rücken. Und während sie sich in voller Harmonie seinem Rhythmus anpasste, brach sie in triumphierendes Gelächter mit wildem Blick und kalt blitzenden Augen aus.

* * *

Weit draußen hinter dem siebten Hügel war das Gras so leuchtend wie Smaragde, und der Himmel so klar wie das reinste Glas. Verborgen hinter kirchturmhohen Eichen, umgeben von Ranken aus wilden, schneeweißen Rosen lebte die Zauberin Walburga in einem windschiefen Haus, umgeben von einem Garten, in dem die wundersamsten Blumen und Pflanzen wuchsen, so bunt wie ein Regenbogen und so geschmeidig, dass sie sich jeder Bewegung eines Vorübergehenden anpassten, ganz so, als ob sie lebten und auf diese Weise in harmonischen Kontakt treten wollten.

Bunte Vögel, klein, groß, frech und gesprächig flogen im Haus der Zauberin ein und aus, einem Haus aus Mauern, die blank wie Marmor und rot wie Rubine waren. Lange spitze Fenster aus Kristallen, ein Dach aus Muschelschalen, die sich öffnen und schlossen, je nachdem wie der Wind um das Haus fegte.

Diese Zauberin beschloss Amelie aufzusuchen, denn nur sie kannte den genauen Weg zum Reich der Schneekönigin. Und genau dort wollte Amelie hin.

Seit ihr Bruder mit der Schneekönigin auf und davon gereist war, hatte sie ein Gefühl in ihrer Brust, als sei ihr etwas herausgerissen worden, und ließ sie in tiefe Trauer versinken.

Die Sonne ging auf, vertrieb die Dämmerung. Amelie stand reglos am geöffneten Fenster und blickte hinaus, ohne etwas zu sehen. Sie wusste, dass sie ihren Bruder finden musste, um die erbarmungslose Schwere von ihrer Seele zu vertreiben.

Orangerot und rund tauchte die Sonne hinter dem Wald am Horizont auf. Langsam stieg sie höher, erhellte die Umgebung, und während ihre Strahlen mit dem Blattwerk der Bäume zu spielen begannen, griff Amelie nach ihrem Mantel, dem am Vorabend gepackten Rucksack und schloss das Fenster. Es war noch frisch, und sie hatte sich warm eingepackt, um für das Reich der Schneekönigin gerüstet zu sein. Dicke Strümpfe, ein kuscheliges Oberteil, darüber gleich noch eines, warme, gefütterte Stiefel, ihren langen selbst gestrickten Schal und kunterbunte Handschuhe. Ihr honigblondes Haar hatte sie zu einem Zopf im Nacken zusammengefasst. Mit geröteten Wangen, die grauen Augen entschlossen dreinblickend, machte sie sich auf den Weg.

Amelie war nicht hübsch im üblichen Sinne, aber ihr herzförmiges Gesicht und die blitzenden Augen verliehen ihr einen ganz eigenen Charme, fern von jeglichem Schönheitsideal.

Sie war schon viele Stunden über Wiesen und durch Wälder unterwegs, vorbei an Bächen und Seen, als alles übermannende Erschöpfung von ihr Besitz ergriff. Sie ließ sich neben einem Holunderbusch nieder, und schon bald fielen ihr die Augen zu.

Sie erwachte von einem kühlen Windhauch. Fröstelnd setzte sie sich auf. Silberne Mondstrahlen brachen durch das Blätterdach, eine Eule schrie. Längs des Weges, an dem Amelie tagsüber hübsche Sträucher gesehen hatte, wirkten diese nun wie geheimnisvolle Gestalten in lauernder Stellung, ganz so, als warteten sie nur darauf, sich auf sie zu stürzen.

Ihr klopfte das Herz bis zum Hals, dennoch packte sie ihr Bündel, erhob sich und setzte ihren Weg fort. Vollmond. Es war Vollmond, und nur dann, wenn der Mond in seiner ganzen Pracht am Himmel zu sehen war, war es möglich, die Zauberin des Waldes um Rat zu bitten.

Der Kiesweg glänzte im Mondschein. Sie lief an einer alten, bedrohlich wirkenden Friedhofsmauer vorbei und fragte sich, wieso sie nicht einfach umkehrte, und sich in ihrem behaglichen Zuhause verkroch.

Jedoch immer, wenn sie diese Anwandlungen zu übermannen suchten, sah sie Simons Gesicht vor sich und wusste, dass sie nicht aufgeben durfte. Endlos kamen ihr die Stunden der Wanderung vor. Die Hügel im Osten erschienen ihr dunkel und drohend wie eine Gewitterfront. Doch genau in diese Richtung musste sie gehen – dorthin, wo eine finstere Kälte die silbernen Mondstrahlen zu verschlingen drohte.

Amelie lauschte. Was war das? Es klang wie ein leises Rufen ... jedoch keine menschlichen Laute.  Sie erschauerte. Heiße Angst stieg in ihr hoch.

Da war es wieder – dieses Wispern, einem Rufen gleich. Amelie rannte, stolperte, stürzte voran. Längst wusste sie nicht mehr, wo sie war, eilte weiter und blieb abrupt stehen, als weißes schimmerndes Gefieder ihre Wangen berührte, zu Boden flatterte und die weisen, klugen Augen einer Eule sie zu fixieren begannen.

Regungslos saß die Schneeeule vor ihr, blickte umher, dann fuhr sie blitzschnell mit dem Schnabel in ihr Gefieder, packte eine samtige Feder und riss sie sich aus. Sie flog auf, schüttelte ihre Schwingen aus, umkreiste Amelie dreimal und hielt ihr die Feder auffordernd hin.

„Das wird dir Glück bringen“, wisperte sie fast unhörbar.

Als sie die Feder an sich nahm, wies die Eule mit dem Schnabel in eine Richtung, von der Amelie unwillkürlich spürte, dass es die richtige war.

Mit der gefiederten Gefährtin an der Seite schritt sie weiter den Pfad entlang, der sich durch den finsteren Wald wand, vorbei an glänzendem Efeu und zotteligen Sträuchern, bis sie schließlich – auf seltsame Weise aufgeregt – auf einer smaragdgrünen Lichtung stand, die das Licht des Vollmondes förmlich zu trinken schien.

Verborgen hinter drei kirchturmhohen Eichen sah sie ein von Rosenranken umgebenes, windschiefes Haus, dessen Schornstein tiefblauen Rauch in den Nachthimmel blies. Ein Garten umgab das Haus, dessen Fenster weit geöffnet waren, sodass unzählige Vögel ein- und ausfliegen konnten. Der Garten lud zum Näherkommen ein, und als sie an den Blumen und Pflanzen vorüberging, streckten diese sich ihr sanft entgegen.

Die Eule ließ sich auf einem Ast nieder und blinzelte Amelie noch einmal zu. Dann breitete sie ihre Schwingen aus und flog dem Mond entgegen.

Zögernd stieg Amelie die Stufen zum Eingang hinauf und betätigte den eisernen Türklopfer, der die dunkelrote Haustür schmückte.

Im gleichen Moment hörte sie eine Stimme: „Die Tür ist offen!“

Fortsetzung folgt

Liebesromane Astrid MartiniAstrid Martini, geboren 1965, absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin. Inspiriert von ihrer Arbeit, entstanden zahlreiche Geschichten, Gedichte und Lieder für Kinder. Ende 2003 entdeckte sie ihre Vorliebe für erotische Liebesromane und schrieb zwischen 2003 und 2006 mehrere erotische Heftromane. Im Jahr 2006 erfolgte der große Durchbruch als Autorin mit ihrem Bestseller Zuckermond, der heute zu den modernen Klassikern der Erotikliteratur gezählt wird. Seit 2001 lebt Astrid Martini zusammen mit ihrem Lebensgefährten und mehreren Katzen im Norden von Berlin. Wir veröffentlichen obigen Text mit freundlicher Genehmigung des Plaisir d'Amour-Verlags, der viele Bücher von Astrid Martini publiziert.

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Die Reihe "Astrid Martini: Der Schneekönig" - alle bisherigen Folgen

Die erste Romanfolge der Reihe stehen in der Liste oben, die neueste Romanfolge steht unten.

1 - Leid, Angst und eisige Nächte
2 - Ihre Finger strichen über seine Lippen
3 - Die Herrscherin der Kälte

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